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Tiere & Kirche & Kirchentag
Ihr
sollt ein Segen sein -
Das war das Motto des 1. Ökumenischen Kirchentages in Berlin
im Jahr 2003.
Für eine Art der Lebewesen auf diesem Planeten ist das Kirchenchristentum aber bestimmt kein Segen. Das dachte ich so bei mir, als ich die
Stände des Berliner Kirchentages an mir vorüberziehen ließ. Wie
grausam und herzlos müssen doch diese "Segensbringer" sein, welche an
diesen Kirchentagen Unmengen von ehemals lebenden Mitgeschöpfen verschlingen.
An den
Ständen mit den Würstchen und Fleischgerichten, die ja, recht betrachtet, aus den Gliedmaßen und
Körperteilen toter Tiere stammen, standen ganze Schlangen von
Menschen. Doch Du sollst nicht
töten, heißt es unmissverständlich in den 10 Geboten. Kann man
nicht wenigstens von den jüngeren Menschen des Kirchentages mehr
Mitgefühl für die Geschöpfe Gottes erwarten? Doch vielleicht haben
sich die meisten nur an die schlechten Gewohnheiten der Älteren
angelehnt. An den schlechten Gewohnheiten ihrer Kirchenoberen
vielleicht, die sich mit Feinschmeckergerichten aus Wald, Feld und
Flur das Leben mundiger machen. Das Leben, das sie zuvor
dem Lebewesen nahmen oder nehmen ließen, durch beauftragte Tiermordgesellen
in
Wald und Schlachthaus. Vielleicht sollten die jüngeren
Kirchenchristen sich einmal ein eigenes Bild von den
Schlachthäusern in diesem Land machen.
Überhaupt konnte man so den Eindruck gewinnen, als wenn die
Teilnehmer jenes Happenings sich eher weniger Sorgen um
unsere Umwelt und den Zustand dieser Welt machen, sondern sich mehr
von der Frage bewegen ließen, ob evangelische und katholische
Gläubige, die ja offensichtlich beide an den gleichen grausamen Gott
glauben, ein gemeinsames Abendmahl halten dürfen. Und warum
eigentlich nicht? Denn wie beim
Abendmahl der katholischen Kirche als auch in der Einstellung
beider Kirchen den Tieren gegenüber herrschen meiner Ansicht
nach kannibalistische Traditionen und gleichgültige Ignoranz
gegenüber dem Leben, welches nur ein grausamer und ein Menschen
und Natur verachtender Gott befürworten kann.
Aber wie gesagt, ich bin kein Katholik oder Protestant, denn ich glaube an einen gütigen, liebenden Gott, der nicht
möchte, dass wir seine Geschöpfe quälen und auffressen.
André Bechtel
Link zum Evangelischen Kirchentag 2007 in
Köln |